Dez
16
2012

Babyshooting in Bochum

baby

 

Es gibt für alles ein erstes Mal. So auch im Fall der Baby Fotografie.  Ich konnte in den zwei Jahren, in denen ich bereits Fotografiere, schon viele Erfahrungen sammeln. Angefangen von der Naturfotografie und Tierfotografie bis hin zur Portraitfotografie, welche auch mein Favorit ist, hatte ich schon sehr viele Motive vor meiner Kamera.

Worüber ich mir allerdings nie Gedanken gemacht habe ist die Baby –oder Kinderfotografie. Es lag vielleicht daran, dass ich nie wirklich die Möglichkeit hatte Kinder oder Babys vor die Linse zu bekommen. Andererseits machte mich der Anblick von Babys in Weidenkörben mit Lammfell nicht gerade glücklich. Ich finde diese gestellten Babyfotos einfach nur furchtbar. Es ist für mich nichts Besonderes, wenn jedes Bild gleich aussieht. Als Elternteil möchte ich doch einzigartige Bilder von meinem Kind haben und nicht so ein 08/15 Foto.

Ich möchte jetzt nicht den Fotografen auf den Schlips treten, die so etwas beruflich machen und ihre Brötchen damit verdienen müssen. Aber für mich persönlich würden solche Bilder für meine (irgendwann) Kinder nicht in Frage kommen.

Als ich in den letzten Wochen so auf Facebook unterwegs war, schrieb mich eine Bekannte von mir an. Ich wusste, dass sie vor einem Jahr eine Tochter zur Welt gebracht hatte. Sie schrieb mir also, ob ich nicht Lust und Zeit hätte ihre kleine Tochter zu Fotografieren. Ich fühlte mich schon ein bisschen geehrt, dass sie ausgerechnet mich angesprochen haben.

Ich unterhielt mich also eine Weile mit der Mutter um den Anlass zu Erfahren. Sie erzählte mir, dass es neulich ein Babyshooting im Kindergarten gegeben hätte und Sie überhaupt nicht zufrieden damit war. Die Fotografin hätte sich keine Zeit genommen für die Kleinen, hätte von jedem Kind nur viele Aufnahmen in gleicher Pose gemacht und sei sehr teuer gewesen. Ich habe Sie gefragt, ob Sie mir mal ein paar Bilder schicken könne. Ich habe die Bilder mal unter die Lupe genommen. Also von der Technik her waren die Bilder sehr sauber und scharf, aber leider wirklich nur eine Pose. Kind auf Kiste und draufgehalten. Nicht sehr originell.

Schnell war ein geeigneter Tag  gefunden und wir hatten einen Termin für das Babyshooting. Nach der Freude über den Termin, der Schock. Wie fotografiere ich ein Baby? Wie gesagt ich hatte keine Erfahrung in dem Bereich.

 

 1. Vorbereitung

Zuerst habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und mir Referenzfotos angesehen. Was ist möglich und was geht gar nicht. Lammfell. Weidenkorb, auf keinen Fall. Für mich sollten die Fotos etwas Besonderes werden und ich wollte mir auch genügend Zeit lassen für das Shooting.

Nach einem weiteren Gespräch, mit der Mutter, habe ich herausgefunden wann Greta am aufgewecktesten ist und mit was sie gerne spielt.

Im Vorfeld habe ich mir schon viele Gedanken über Posen gemacht. Ich wollte die Bilder so natürlich wie möglich gestalten und sie nicht gestellt wirken lassen.

 

2. Technik und Equipment

Ich packe meine Koffer und nehme mit. Natürliche Bildersollten es werden, also brauchte Ich auch natürliches Licht. Da das Baby Shooting komplett in der Wohnung der Familie stattgefunden hat musste also ein Lichtstarkes Objektiv her. Für diesen Zweck habe ich mir mal zu Testzwecken das Sigma 30mmgekauft. Ich hatte in der Vergangenheit schon das Canon 50mm 1,4 und war sehr zufrieden damit.  Noch mit dabei waren mein Tamron AF 17-50mm 2,8 XR und mein Canon EF 70-200mm 1:4L . Als Body diente wie immer meine Canon EOS 7D

Meine Softbox, hatte ich trotzdem mal eingepackt man kann ja nie wissen.

 

3. Das Shooting

Der Tag war also gekommen. Ich wurde sehr freundlich von Mutter, Vater und Greta begrüßt. Die kleine war anfangs noch etwas verdutzt, wer denn dieser große fremde Mann ist. Ich habe mich dann erst einmal mit den Eltern in Ruhe auf dem Sofa unterhalten. Was habe ich alles vor und wie will ich das Shooting gestalten. Ich hatte bereits meine Kamera auf den Boden gestellt, so konnte sich Greta an mich und an die Kamera gewöhnen. Sie betrachtete sie auch aufmerksam. Nach einiger Gewöhnungsphase lachte sie mich auch schon an und ich wusste, ich konnte beginnen.

Die Eltern setzten sie in die Spielecke und ich machte es mir auch auf dem Boden bequem. Ich wollte zuerst ein paar Schnappschüsse vom Spielen einfangen.  Schnell musste ich feststellen, dass ich die Belichtungszeit echt runter stellen musste, da sich klein Greta wahnsinnig schnell bewegte. Blende also runter auf 1.4 und Belichtung hoch auf 250. Die ISO Werte habe ich auch hochgeschraubt auf ca. 320. So konnte ich locker aus der Hand fotografieren ohne Verwackler.

Die Nächste Fotoreihe sollten Portraitaufnahmen werden. Das Licht im Raum gefiel mir dafür aber nicht sonderlich. Kurzerhand war die Softbox aufgebaut und Vater und Mutter voll eingespannt. Abwechselnd habe ich der Mutter und dem Vater die Softbox in die Hand gedrückt und ihnen Anweisungen gegeben. Diese Kombination klappte wunderbar. Einer konnte mit Spielzeug, oder Keksen, die Aufmerksamkeit von Greta auf sich lenken und ihren Blick perfekt lenken. So entstanden sehr schöne Portraits von Greta.

Die letzte Fotoreihe wurde auf dem Wickeltisch aufgenommen. Auch hier wieder mit Softbox.

 

4. Fazit

Mir hat das Fotoshooting sehr viel Spaß gemacht und das nächste Babyshooting kommt bestimmt.  Es war allerdings auch sehr anstrengend, gerade für mich mit meinem 1,99 Metern Stockmaß. Man muss sehr viel am Boden herumkrabbeln, um einen guten Blickwinkel zu erhalten. Aber wenn man die Kleinen dann lachen sieht und man schöne Aufnahmen hinbekommt, so sind alle Strapazen egal.

Wenn ihr selber mal ein Babyshooting machen wollt, solltet ihr auf einige Dinge besonders achtgeben. Ich habe mal versucht eine kleine Checkliste zu erstellen mit den wichtigsten Dingen. Wenn euch noch etwas einfällt, schreibt das doch bitte in die Kommentare und ich ergänze die Liste.

 

 5. Checkliste Babyshooting

  1. Möglichst für Licht sorgen, Deckenfluter etc. um eine natürliche Lichtsituation zu erzeugen.
  2. Lichtstarke Objektive verwenden.
  3. Das Kind an die Kamera gewöhnen.  Lasst es die Kamera ruhig mal anfassen und ein bisschen damit spielen. Natürlich aufpassen, das nichts kaputt geht, aber ein bisschen Sabber kann man einfach abwaschen ;)
  4. Wenn geblitzt wird, am besten nur mit Softbox um harte Kanten zu vermeiden und um die Augen des Babys nicht zu schädigen. Bei Neugeborenen Bitte  komplett auf einen Blitz verzichten.
  5. Die Eltern mit in das Shooting einbinden um dem Baby Sicherheit zu geben und um den Blick zu lenken.
  6. Dem Baby sollte nie langweilig werden.
  7. Ruhig mal eine Pause zwischen einzelnen Szenen einlegen und ein bisschen so mit dem Baby spielen.
  8. Ruhig Fotografieren und keine Hektik aufkommen lassen.
  9. Vorgespräch mit den Eltern führen.
  10. Schnelle Verschlusszeit. Ruhig die ISO Werte etwas höher um schnellere Verschlusszeiten zu erreichen.

Wenn ihr das alles im Hinterkopf behaltet,  bei eurem ersten Babyshooting, dann habt auch ihr super viel Spaß und sehr schöne Fotos.

Mein nächstes Shooting mit Greta wird im nächsten Jahr stattfinden, bei schönem Wetter und im Sandkasten.

Nun möchte ich euch eine kleine Auswahl von meinem ersten Babyshooting, mit der kleinen Greta, zeigen.

Hattet ihr auch schon einmal ein Babyshooting? Was waren eure Erfahrungen? Was habt ihr anders gemacht? Ich würde mich über eure Kommentare freuen.

 

babyshooting-pixelfaenger_08

 

babyshooting-pixelfaenger_07

 

babyshooting-pixelfaenger

 

babyshooting-pixelfaenger_05

 

babyshooting-pixelfaenger_02

 

babyshooting-pixelfaenger_04

 

babyshooting-pixelfaenger_06

Related Posts

About the Author:

Mediengestalter und Hobbyfotograf aus Bochum. Fotografiert gerne und produziert Kreativschmalz am laufendem Band. Folgt mir am besten auf Facebook, Twitter und per rss um nix zu verpassen!

2 Comments + Add Comment

  • Sehr schöne Fotos! Gut erklärt ;)

  • sweeeeeettt

Leave a comment